Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge

„Ich stehe dazu, dass ich zu denen gehöre die der Meinung sind, dass wir der populistischen Vermarktung des Themas Asyl mit Entschiedenheit und Mut entgegentreten müssen. Schlagworte welche meist nur Ablenkungsmanöver sind, wie neuerdings, man müsse den Menschen in den Herkunftsländern direkt helfen und nicht hier, bedürfen einer ungeschminkten Klärung.

Tatsache ist, dass in den betroffenen Kriegsgebieten kaum direkte Hilfe möglich ist und die Nachbarländer von Syrien und dem Irak, Millionen von Flüchtlingen aufgenommen haben. Folglich wird schon jetzt das Maximum der Forderung erfüllt. Selbstverständlich bin ich, sind wir (von der EVP), auch dafür, dass wir alles daran setzen, dass diese Menschen nicht mehr flüchten müssen, insbesondere dort, wo es sich um Wirtschaftsflüchtlinge ohne kriegerische Auseinandersetzung handelt.

Nur bei dem gegenwärtig riesigen Ausmass humanitärer Katastrophen durch kriegerische Ereignisse werden wir nie genug schnell genügend grosse Hilfe vor Ort leisten können und wenn die Menschen in Europa angekommen sind haben wir die Verantwortung für diese Menschen ohne Wenn und Aber zu übernehmen. Es ist dann auch nicht mehr entscheidend, ob es Wirtschaftsflüchtlinge oder verfolgte sind, es sind alles Menschen!

Sie fragen sich vielleicht, was ich den ganz persönlich zur Lösung der Flüchtlingsnot beitrage? Sehen sie, schon vor über 25 Jahren als eine Welle von vielen Flüchtlingen aus Sri Lanka und dem Libanon bei uns ankamen war ich, als damals verantwortlicher Gemeinderat und Fürsorgevorstand, herausgefordert. Wohnraum musste bereitgestellt werden und ich habe zudem zwei Libanesen in unserem eigenen Haus aufgenommen.

Zwischenzeitlich haben wir sehr viele Erfahrungen mit Asylbewerberinnen und Bewerbern gemacht. Natürlich war nicht alles nur einfach und lustig. Nicht nur – aber vor allem positive Erfahrungen waren und sind es welche unser Leben bis heute bereichern und unter Anderem unsere Kinder zu lebenstüchtigen und einfühlsamen Persönlichkeiten gemacht haben.

Nur neben bei, eine der besten Freundinnen meiner Frau ist eine Äthiopierin welche wir vor vielen Jahren auch bei uns privat aufgenommen haben und die an ihrem Arbeitsplatz eine sehr beliebte und angesehene Mitarbeiterin ist. Wir haben uns auch aktuell wieder vor Monaten gemeldet und uns bereit erklärt Menschen bei uns privat aufzunehmen.

Ich stosse mich sehr an der immer mehr grassierenden Angstmacherei. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Angst schliesst ein. Angst verhindert eine realistische Einschätzung der Situation. Angst lähmt Verstand und Herz. Angst macht mutlos im falschen Moment und verhindert ein solidarisches, verantwortliches Handeln, dass gerade jetzt von uns verlangt wird.“

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